Zustellförderung auch für Regionalmedien

Antrag von Tiroler Volkspartei und SPÖ beschlossen.

Der Tiroler Landtag hat gestern einstimmig den gemeinsamen Antrag von Tiroler Volkspartei und SPÖ beschlossen, auch unentgeltlich bezogene regionale Wochenmedien bei der geplanten Zeitungs-Zustellförderung des Bundes zu berücksichtigen. VP-Klubobmann Sebastian Kolland und SPÖ-Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl  sehen darin ein starkes gemeinsames Signal des Tiroler Landtags für die heimische Medienvielfalt und eine flächendeckende regionale Informationsversorgung.

„Der einstimmige Beschluss zeigt, dass die Bedeutung unserer Regionalmedien über Parteigrenzen hinweg anerkannt wird. Regionalmedien berichten über das, was direkt vor der Haustür passiert: über Kommunalpolitik, Wirtschaft, Vereine, Kultur, Sport und das gesellschaftliche Leben in unseren Gemeinden. Diese wichtige Arbeit darf bei einer neuen Zustellförderung nicht unter den Tisch fallen, nur weil ein Medium kostenlos an die Haushalte verteilt wird“, betont VP-Klubobmann Sebastian Kolland.

Der derzeitige Ministerialentwurf des Bundes sieht einen Zustellkostenzuschuss für abonnierte Tages- und Wochenzeitungen vor. Kostenlose regionale Wochenmedien wären nach dem vorliegenden Entwurf hingegen nicht erfasst. Mit dem einstimmigen Beschluss fordert der Tiroler Landtag den Bund auf, diese Medien bei der weiteren Ausgestaltung der Förderung entsprechend zu berücksichtigen.

Wie groß die Bedeutung regionaler Berichterstattung ist, zeigt auch eine Medienanalyse des Landes Tirol: 77 Prozent der Befragten interessieren sich vorrangig für Themen aus ihrer unmittelbaren Region. Gleichzeitig treffen die stark gestiegenen Zustellkosten auch jene Regionalmedien, die kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden. Gerade in ländlichen Gebieten können die Zustellkosten deutlich höher liegen als im urbanen Raum.

SPÖ-Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl unterstreicht: „Eine vielfältige regionale Medienlandschaft ist für eine funktionierende Demokratie von großer Bedeutung. Die Menschen müssen erfahren können, was in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld passiert und welche Entscheidungen dort getroffen werden. Mit dem einstimmigen Beschluss haben wir klargemacht: Bei der Förderung darf nicht allein das Vertriebsmodell entscheiden, entscheidend muss auch der tatsächliche Beitrag zur regionalen Informationsversorgung sein.“

Kolland und Fleischanderl verweisen zudem auf den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf regionale Medienhäuser. Werbeeinnahmen verlagern sich verstärkt in den digitalen Bereich, während gleichzeitig Produktions- und Zustellkosten hoch bleiben. Davon seien Kauf- und Gratiszeitungen gleichermaßen betroffen.

„Der Tiroler Landtag spricht hier mit einer Stimme. Wer Medienvielfalt und eine flächendeckende Versorgung mit journalistischen Informationen erhalten will, muss die Realität der regionalen Medienlandschaft berücksichtigen. Jetzt ist der Bund am Zug, dieses klare Signal aus Tirol bei der endgültigen Ausgestaltung der Zustellförderung aufzugreifen“, so Kolland und Fleischanderl abschließend.