Positiv sieht Nationalratsabgeordneter Jakob Grüner als Anwalt und ehemaliger Banken-Aufsichtsrat den Vorschlag von Landeshauptmann Anton Mattle, die Finanzmarktaufsicht abzuschaffen und in die Nationalbank zu integrieren.
„Wir alle können uns noch gut daran erinnern, dass die FMA etwa mit der KIM-Verordnung – also den strengen Kreditvergaberegeln – jungen Menschen den Weg zu den eigenen vier Wänden versperrt hat. Ganz Österreich wollte damals, dass die KIM-Verordnung gelockert wird, insbesondere weil andere Länder bei weitem nicht so strenge Regeln hatten. In ihrer Erhabenheit schafft die FMA zudem Fakten, ohne Rücksicht auf Verluste und übt sich als Bürokratie- und Gold-Plating-Weltmeisterin. In einer ausgelagerten und weisungsfreien Behörde wird entschieden, ob sich junge Menschen Eigentum schaffen können. Und die Politik darf mit ihren Vorschlägen über Parteigrenzen hinwegzusehen. Ich bin davon überzeugt, dass die Entscheidungen wieder näher zu den Bürgern wandern müssen. Deshalb sollte auch die FMA im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten in die Österreichische Nationalbank und in die direkte Zuständigkeit des Finanzministeriums zurückgeholt werden. So ist sichergestellt, dass Expertise und demokratisch gewählte Vertreter bei so fundamentalen Entscheidungen miteinbezogen sind.“
Den Vorwurf der politischen Einflussnahme will NAbg. Grüner von vorhinein entkräften: „Der Vergleich zu anderen EU-Staaten macht sicher. Die Politik ist gewählt, um Entscheidungen zu treffen und nicht Entscheidungen auszulagern und von den Bürgern immer weiter zu entfernen. Die FMA ist nur ein Beispiel, warum die Menschen das Gefühl haben, dass die Politik nicht mehr handlungsfähig ist und Entscheidungen nur mehr in Brüssel oder in Hinterzimmern in Wien fallen. Deshalb müssen sinnvolle Reformen das Zusammenspiel von Gemeinden, Ländern und Bund neu regeln, aber auch ausgelagerte Behörden und Stellen müssen kritisch hinterfragt werden. Die FMA ist über die Jahre hinweg zu einem Bürokratiemonster geworden und Betroffene können das nicht laut sagen.“