Studienplatzfinanzierung

Artikel teilen

Töchterle: Gehen wir es an und ziehen wir es durch

ÖVP-Wissenschafts- und Forschungssprecher in der „Aktuellen Stunde“ – sieht Durchbruch erreicht „Gehen wir es an und ziehen wir es durch“, plädierte der Tiroler Nationalratsabgeordnete und ÖVP-Wissenschafts- und Forschungssprecher Dr. Karlheinz Töchterle in der heutigen „Aktuellen Stunde“ im Nationalrat, die dem Thema Studienplatzfinanzierung gewidmet war. Dem von den NEOS gewählten Paradoxon „Eliteunis für alle (durch faire Studienplatzfinanzierung)“ – „das geht schlicht nicht, denn Elite kommt vom lateinischen eligere und bedeutet auswählen“ – stellte der ÖVP-Wissenschaftssprecher das Oxymoron „Breite Spitze“ entgegen: „Unser Bemühen muss es sein, möglichst gute Universitäten flächendeckend im ganzen Land zu haben, an denen es ansprechende Lehrbedingungen gibt und an denen sich Spitzenleistungen in der Forschung entfalten.“ Dazu gebe es bereits Beispiele an mehreren Universitäten, wie etwa eingeworbene ERC-Grants (Förderungen des Europäischen Forschungsrates ERC) eindrucksvoll beweisen.

Das Universitätsbudget steige seit vielen Jahren spürbar, „die finanzielle Situation an den Universitäten wird ständig besser“, verwies Töchterle auch auf die jüngst von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner präsentierte Erhöhung von 1,35 Milliarden Euro für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode der Universitäten. Natürlich komme es auch immer darauf an, in welche Relation die Mittel gesetzt werden. In Relation zu den Studierendenzahlen schneide Österreich im Vergleich mit vorbildlichen Ländern wie der Schweiz nicht besonders gut ab, in Relation zum Bruttoinlandsprodukt aber sehr wohl, wo Österreich im OECD-Vergleich zu den besten Ländern zählt. Mit der nun in Ausarbeitung befindlichen Studienplatzfinanzierung gehe es nun darum, die Universitäten „anders und neu zu finanzieren“ und damit auch die Plan- und Steuerbarkeit des Lehrbetriebs spürbar zu verbessern.

Der ÖVP-Wissenschaftssprecher sieht nach dem durch die SPÖ erfolgten Bekenntnis zu diesem seit Langem angestrebten zentralen hochschulpolitischen Anliegen „den Durchbruch erreicht“. Nun solle zügig und unter Einbindung der Hochschulpartner ein stimmiges Modell erarbeitet und umgesetzt werden. „Wir werden damit erreichen, dass die sowohl für Studierende wie Lehrende unzumutbaren Zustände in Massenfächern ein Ende haben“, so Töchterle. Ein geregelter Zugang sei die Grundlage für wünschenswerte Betreuungsverhältnisse und nicht gleichbedeutend mit dem Aussperren von angehenden Studierenden. Umfassende Informationen über die vielfältigen Studienmöglichkeiten sei notwendig, wie der Tiroler Abgeordnete anhand eine Beispiels aus seiner Rektorszeit in Innsbruck erläuterte. „Es hapert an Überlegungen zur Studienwahl, das können wir bereits mit sanften Zugangsregelungen verbessern.“

Töchterle betonte abschließend, dass die Studienplatzfinanzierung auch in sozialer Hinsicht relevant sei, denn: „Schlechte Studienbedingungen schaden vor allem jenen Studierenden, die keinen langen finanziellen Atem haben.“